Die Wanderungen der Flughunde

Tier: Flughunde

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Palmenflughund (Eidolon helvum).

Flughunde sind äußerst mobil. Auf dem Weg von ihren Schlaf- zu den Fressplätzen legen sie oft hunderte von Kilometern zurück. Sie transportieren Pollen und Samen über weite Strecken und tragen damit erheblich zur Bestäubung und Verbreitung von Pflanzen bei. Sie spielen deshalb eine wichtige Rolle für die natürliche Erneuerung von Wäldern genauso wie für die menschliche Ernährung. Gleichzeitig gelten sie aber auch als Quelle tödlicher Infektionskrankheiten wie SARS, Tollwut oder Ebola.

Viele Details zum ökologischen Nutzen und zur Krankheitsübertragung sind noch ungeklärt. Außerdem wissen Forscher wenig darüber, wie sich Jagd und Zerstörung ihres Lebensraums auf ihre Bestandszahlen auswirken.

Mit den gesammelten Daten von Icarus wollen Wissenschaftler die Bedeutung der Flughunde für Ökosysteme und die Ausbreitung von Krankheiten bestimmen. Behörden vor Ort sowie globale Entscheidungsträger können die gewonnenen Erkenntnisse nutzen und so sicherstellen, dass Mensch und Tier weiter voneinander profitieren.

Standort: Westafrika

Kontakt: Dina Dechmann & Martin Wikelski, MPI für Ornithologie & Fachbereich Biologie, Universität Konstanz, Deutschland

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