Der Zug der Singvögel

Forscher folgen Amseln und Drosseln auf ihren Flügen zwischen Überwinterungs- und Brutgebieten

Amsel (Turdus merula).

Nicht alle Zugvögel machen sich jedes Jahr auf die Reise. Manche Individuen bleiben einfach da, wo sie sind. Eine solche partielle Migration stellt einen Übergang zwischen Wanderung und Sesshaftigkeit dar. Warum manche Individuen wandern und andere an ihrem Geburtsort bleiben, ist ein Rätsel, denn bislang fehlten geeignete Techniken dafür, Singvögel das ganze Jahr über zu verfolgen.

Singvögel erbringen für den Menschen wichtige Ökosystemleistungen. In den letzten 20 Jahren ist ihre Zahl jedoch um 30 Prozent zurückgegangen. Es ist jedoch unklar, wie sie am besten geschützt werden können. Als erstes Ikarus-Pilotprojekt will das Icarus-Team deshalb im Herbst 2020 5000 Amseln und Drosseln in Eurasien und Amerika mit Sendern ausstatten, um zu verfolgen, wo die Vögel leben und sterben und wie man sie schützen kann. So wollen sie auch aufklären, wie flexibel die Vögel in ihrer Entscheidung zum Vogelflug sind, wenn diese in polaren, gemäßigten oder mediterranen Regionen leben. Die Forscher wollen so verstehen, wie Zugvögel die Herausforderungen ihrer Umwelt meistern und ob sie schnell genug auf Veränderungen wie den Klimawandel oder die Verstädterung reagieren können.

Tiere: Amseln, Drosseln

Standort: Deutschland, Russland, Nordamerika, Tibet

Kontakt: Jesko Partecke, Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie, Konstanz

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